Spezielle Berufspflichten

Alle Berufsberechtigten der Bilanzbuchhaltungsberufe (Bilanzbuchhalter/innen / Buchhalter/innen / Personalverrechner/innen)  sind verpflichtet

 

1. Ihren Beruf gewissenhaft, sorgfältig, eigenverantwortlich, unabhängig und verschwiegen unter Beachtung der im Gesetz und den Verordnungen enthaltenen Bestimmungen auszuüben.

 2. die übernommenen Angelegenheiten, Dienstleistungen, Aufgaben und Vertretungen gesetzmäßig auszuüben und dabei die anerkannten fachlichen Regeln zu beachten.

 3. die Rechte ihrer Auftraggeber gegen jedermann mit Treue und Nachdruck zu verfolgen.

 4. Angemessene Vorkehrungen zum Schutz der Berufsberechtigten von einer Ausnutzung durch die organisierte Kriminalität und einer Verwicklung in diese gemäß der EU-Richtlinie zu treffen.

 5. Für Schäden aus ihrer Tätigkeit eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bei einem zum Betrieb in Österreich berechtigten Versicherer abzuschließen und für die gesamte Dauer des Bestehens ihrer aktiven Berufsberechtigung aufrechtzuerhalten.

 6. Die Übernahme eines Auftrages abzulehnen, der sie bei Ausübung ihrer Tätigkeit an Weisungen fachlicher Art des Auftraggebers binden würde. (Unabhängigkeit). Die Annahme von Aufträgen durch Bilanzbuchhalter, Buchhalter und Personalverrechner, die sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach im Deckungsumfang ihrer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nicht enthalten sind, ist unzulässig.

 7. Verschwiegenheit über die ihnen anvertrauten Angelegenheiten einzuhalten. Für diese Verschwiegenheitspflicht ist es ohne Bedeutung, ob die Kenntnis dieser Umstände und Tatsachen auch anderen Personen zugänglich ist oder nicht. AUSNAHME: Bei Verdacht auf Vorliegen von Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung

 8. Fortbildungsveranstaltungen hinsichtlich der neuesten berufseinschlägigen Entwicklungen zum Zweck der Vertiefung der fachlichen Kenntnisse in einem jährlichen Ausmaß von mindestens 30 Lehreinheiten für Bilanzbuchhalter und von mindestens 15 Lehreinheiten für Buchhalter und Personalverrechner nachzuweisen

9. Einen im EU- oder EWR-Raum gelegenen Berufssitz zu haben.

10. Der Geschäftsstelle der Bilanzbuchhaltungsbehörde binnen einem Monat schriftlich sämtliche Änderungen, welche die Voraussetzungen für die öffentliche Bestellung oder die Anerkennung oder sonstige meldepflichtige Umstände betreffen, zu melden.

Gesellschaften

Für Bilanzbuchhaltergesellschaften sowie für Buchhalter- und Personalverrechnergesellschaften gelten die auf Gesellschaften anzuwendenden Bestimmungen der Gewerbeordnung 1994.

Zulässig sind alle Gesellschaftsformen, Beteiligungen, Firmenbezeichnungen, -sofern sie nicht irreführend sind  - und Gesellschafter.
Voraussetzung ist jedenfalls eine abgeschlossene Vermögensschadenhaftpflichtversicherung  und der Nachweis der Voraussetzungen lt. BiBuG für den gewerberechtlichen Geschäftsführer ( inklusive Fortbildungsverpflichtung).